TV
WETTER
TOP THEMEN
CHARTS
STIMMUNG
EINREICHEN
LOGIN
MEGAUPLOAD - BETREIBER SCHMITZ BETEUERT SEINE UNSCHULD

Der wegen Internetpiraterie sowie Geldwäsche angeklagte deutsche Gründer der Internet-Tauschbörse MegaUpload, Kim Schmitz, hat nach seiner Verhaftung am Freitag vor einem neuseeländischen Gericht seine Unschuld beteuert. Schmitz, der sich in Kim Dotcom umgetauft hat, beantragte am Montag in Auckland deshalb die Freilassung auf Kaution.

Dass Schmitz tatsächlich auf freien Fuss kommt, ist derzeit allerdings unwahrscheinlich. Unter anderem wegen seines Zugangs zu großen Mengen an Geld, Transportmöglichkeiten sowie mehreren Identitäten hält die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr für sehr hoch und sperrt sich bislang gegen eine Freilassung auf Kaution. Hinzu komme, dass Schmitz in der Vergangenheit schon mehrfach vor der Justiz geflohen sei, so der zuständige Richter. Der 38-jährige Schmitz war zusammen mit drei weiteren Managern von MegaUpload am Freitag in Auckland verhaftet worden. Die Behörde wirft ihnen unter anderem Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Urheberrechten, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen vor. Die Strafen darauf sind hart: Allein auf Letzteres stehen 20 Jahre Haft. Zwei von drei weiteren Angeklagten - ein 39-jähriger Deutscher und ein 32 Jahre alter Mann aus Estland - konnten indes ebenfalls verhaftet werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf eine neuseeländische Staatsanwältin berichtete. Nach einem Slowaken wird weiterhin gesucht. Gemeinsam sollen sie mit Megaupload.com einen der weltgrößten Umschlagplätze für geschützte Filme, Musik und Software betrieben haben. Mit dem Weiterverteilen der von Nutzern hochgeladenen Inhalte soll MegaUpload über 175 Millionen Dollar eingenommen haben, während sich der Schaden für die Musik- und Filmindustrie Schätzungen zufolge auf über eine halbe Milliarde Dollar beläuft.

Für Schmitz ist es nicht das erste Mal, dass er sich vor Gericht behaupten muss. Der einstige typische Firmengründer der New Economy gilt als schillernde Figur und hat eine mehr als bizarre Karriere hinter sich. Schon als Kind war der gebürtige Kieler in Computer vernarrt. Für den unerlaubten Einstieg in die Computernetze von verschiedenen Firmen und Behörden kassierte Schmitz 1997 eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung, später verdiente er sein Geld damit, Unternehmen Schutzsoftware vor Hackerangriffen zu verkaufen. Damit und mit Aktienhandel soll er Millionen verdient haben. In seiner erfolgreichen Zeit zeigte sich der begnadete Selbstdarsteller gern mit schönen Frauen, er liebte luxuriöses Ambiente, Palmenstrände und vor allem schnelle Nobelkarossen. Für Schlagzeilen sorgte der Selbstdarsteller unter anderem 2001 mit einer Riesenparty auf einer Jacht am Rande des Formel-1-Rennens in Monaco. Der Jungunternehmer war damals mit einem Konvoi aus fünfzehn gemieteten Ferraris von München nach Monaco gefahren und hatte dort eine Woche lang mit Rotlichtgrößen, aber auch Geschäftsleuten gefeiert. Die Kosten für das Fest bezifferte er damals mit knapp 1,8 Millionen Euro.

Verfasst am 27.Jan 2012 von Magic
Quelle: www.krone.at
94 mal gelesen, 0 GUT | 0 SCHLECHT

Kommentare
Bitte anmelden oder registrieren um ein Kommentar zu hinterlassen.
CLICK HERE TO ENABLE FACEBOOK
Top Themen
Quicklinks
    Featured Sites
      IMPRINT